Eden Projekt
Wie intergalaktische Riesenwaben liegt das Eden Projekt - die größten Gewächshäuser der Welt - in der Erde von Cornwall. Nahe der südenglischen Kleinstadt St. Austell erheben sich futuristische High-Tech Kuppeldächer bis zu einer Höhe von 55 Meter. Unter den Dächern aus Kunststofffolie beherbergt das Eden Projekt eine Pflanzensammlung quer durch die Klimazonen der Welt: Über 100.000 Arten versammeln sich in dem von Menschen gemachten Biosphärenreservat. Der Rundgang durch die "Biome" führt von Olivenhainen des Mittelmeerraums bis zum tropischen Regenwald. Gründer Tim Smit verwirklichte mit dem Projekt nicht allein seinen Traum vom Paradies, mit dem "Eden Projekt" schuf er eine Attraktion, die täglich Tausende Besucher anlockt.
Lost Gardens of Heligan und Eden Project
Ursprünglich studierte Tim Smit Archäologie und produzierte in London Schallplatten von Pop bis Heavy Metal. Als Gärtner sah er sich nie. Und doch leitet er heute zwei der bekanntesten Publikumsgärten der Welt: die Garten von Heligan und das "Eden Projekt". Alles begann Anfang der 90er Jahre mit der Wiederentdeckung der "Lost Gardens of Heligan", einem Nutz- und Ziergarten aus viktorianischer Zeit, der über 60 Jahre den Dornroschenschlaf schlummerte. Per Zufall wurde Smit auf das Anwesen aufmerksam. Mit Tatkraft und viel Überzeugungsarbeit gelang es ihm und zahlreichen Mitstreiter, die Pflanzenschatze vom Dickicht vieler Jahrzehnte zu befreien.
Das größte Treibhaus der Welt
Längst strahlt die Gartenanlage wieder in alter Pracht. Park und Nutzgarten zeigen heute - nun öffentlich zugänglich - organischen Landbau und subtropische Pflanzen, die sich die privaten Eigentümer einst im 19. Jahrhundert als Sensation aus den Kolonien hatten kommen lassen. Mit dem Wiederaufbau der Heligan Gärten waren Tim Smit und seine Mitarbeiter noch nicht am Ende ihrer Ideen angelangt: Das viktorianische Erbe sollte nun ein zeitgenossisches Projekt ergänzt werden. Star-Architekt Nicholas Grimshaw entwarf für das "Eden Projekt" das größte Treibhaus der Welt. Inzwischen lockt die Attraktion als Architektur- und Naturerlebnis täglich bis zu 7.000 Besucher an.
Öko Disney World?
Als "Öko Disney-World" mochten Tim Smit und seine 400 Mitarbeiter ihren Themenpark nicht missverstanden wissen. Für sie ist das "Eden Projekt" ein Beitrag zum Umweltschutz. Es soll den Besuchern vor allem Spaß machen und Respekt für die Natur vermitteln.
mehr Infos:
http://www.edenproject.com (leider nur englisch)
Foto: Hans Jürgen Lenk
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