Ærø - dänische Südsee
Dänemark für Fahrradurlauber - Ærø und Inselhüpfen mal anders: Die "dänische Südsee" mit ihren Inseln wie Ærø lohnt sich vor allem, wenn man genug Zeit mitbringt und ein Fahrrad. So kann man die wunderschönen Landschaften von Dänemark erst richtig entdecken. Fernab vom hektischen Massentourismus an spanischen Ständen lässt sich die Ostseeluft tief einatmen. Ein Fahrradurlaub dänischen Inseln wird damit zu einem Erlebnissurlaub für die Familie.
Die dänische Südsee zu Füßen
Egal ob im Herbst, im Sommer oder im Frühling, die Inseln der dänischen Südsee sind beeindruckend. Steht man hoch oben auf dem Inselrücken von Aeroe, liegt die ganze dänische Südsee wie gemalt zu Füßen. Hunderte kleiner Segelschiffe kreuzen vor den dänischen Inseln, eine leichte, immerwährende Brise von der Ostsee macht frisch und frei. Den besten Ausblick bietet der Leuchtturm Skjoldnæs Fyr an der nördlichen Spitze von Aeroe. 22 Meter ist er hoch - der Eintritt sind ein paar Kronen - und man kann die Stufen des alten Leuchtturms emporsteigen. Dieser Ausblick ist unvergesslich: Nichts als Wind und Wetter, Wasser, Wasser und Wasser und dazwischen wie hingetupft die Inseln - halt die dänische Südsee. Næbbet, die Landspitze, und das Landstück, das sich hinter dem Fährhafen Søby bis zum Leuchtturm erstreckt, haben ihre eigene Atmosphäre. Urtümlich, befriedet und wie unbewohnt. Aber das ist natürlich eine Täuschung. Kein Stück Land auf Aeroe wird der Natur so einfach ungenutzt überlassen. Denn die Insel wird im Gegensatz zu vielen anderen Insel der Südsee noch voll bewirtschaftet.
Marstal und maritime Tradition
In Marstal, mit 2.500 Einwohnern die größte Stadt Ærøs, werden zwar auch die maritimen Traditionen gepflegt, aber hier geht es in erster Linie um das Hier und Heute. Immer noch ist Marstal Heimathafen für fünfzig Schiffe, der Hafen mit seiner Werft ist lebendig und beileibe kein Museumsstück. Die glorreiche Vergangenheit, als von Marstal aus mehr Schiffe bis nach Kanada, Tahiti und Brasilien fuhren als von Kopenhagen, ist im Museum ausgestellt. Das Søfartsmuseum, natürlich direkt am Hafen gelegen, gleicht einer maritimen Schatztruhe. Da gibt es ein Kanu aus Tahiti, Skier aus Grönland, einen chinesischen Hausgott, merkwürdige Dinge aus Holz, Elfenbein oder Leder, jede Menge Seltsames, dessen Sinn wir nicht mehr entschlüsseln können und deshalb umso staunender davor stehen. Ein Sammelsurium, sicher, aber so spannend wie eine Wundertüte. Und die Idylle? Die muss man woanders suchen, denn idyllisch ist Marstal nicht. Aber wer Ruhe total sucht, muss nicht verzweifeln: zweimal täglich fährt ein Postboot vom Hafen in Marstal hinüber zur Insel Birkholm. Nach einer Stunde ist man da: ein Campingplatz, ein Café, ein kleiner Hafen, fünf Einwohner. Idylle pur. Man muss sie nur aushalten können.
Quelle: FVA Dänemark / reise-reporter
Fotos: FVA Dänemark - Cees van Roeden (oben), Søren Lauridsen (unten)
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