Macao - zwei Kulturen
Etwa sechzig Kilometer westlich von Hong Kong liegt Macao ("Makau" für Einheimische). Auch Macao war Kolonie - nicht aber eine Kolonie der Engländer wie Hongkong sondern eine Portugals. Man erreicht Macao mit einem der schnellen Tragflächenboote von Hongkong - oder besser: vom Hongkong - Makau Ferry Terminal in Victoria - aus. Die flinken Schiffe aus Hong Kong legen im Osten von Macao am Ponte Cais an. Vom Boot aus sieht man die riesige Brückenstrasse, die die drei einzelnen (Halb-) Inseln Macaos miteinander verbindet.
Die rund 300.000 Einwohner Macaos haben immer noch Portugiesisch und Kantonesisch als Amtssprachen. Man spricht aber auch Englisch. Macao ist die Insel der zwei Kulturen. Wohl kaum an einem anderen Platz der Welt gibt es so eine natürlich wirkende Symbiose von südeuropäischer und chinesischer Kultur. Portugal ist nicht nur in Straßennamen präsent, auch die südeuropäische Lebensart scheint auf die ansonsten eher zurückhaltenden Chinesen abgefärbt zu haben.
Das wohl am meisten fotografierte Bauwerk der Stadt findet man an der Rua de Sao Paulo. Die Fassadenruine der Pauluskirche (Ruinas de Sao Paulo). Die Kirche war 1602 als katholisches Gotteshaus von den Portugiesen erbaut worden. In einem verheerenden Taifun mit anschließenden Feuersbrünsten ist die Kirche 1835 fast vollständig zerstört worden.
Geblieben ist die einst prächtige Fassade, an deren Verzierungen und den Resten der Glasfenster man noch heute die alte Pracht erahnen kann. Ein wenig gespenstisch ist es dann schon, durch die offenen Fenster und Tore ins Nichts zu blicken. Etwas weiter nordöstlich, vorbei am Friedhof von Sao Miguel (Cemitério Sao Miguel) findet man einen der schönsten Gärten Macaos, den Anfang des 19. Jahrhunderts angelegten Lou Lim Ieok Garden. Künstliche Hügel, Wasserflächen und versteckte Pavillons machen Ihn zu einem wunderschönen Garten, der auch international schon ausgezeichnet wurde.
Foto: Dagobert Wiedamann
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